Glasampullen zählen zu den anspruchsvollsten pharmazeutischen Verpackungsbehältern. Das Glas ist zerbrechlich, die Produkte sind injizierbar, und die Aufsichtsbehörden fordern lückenlose Rückverfolgbarkeit. Daher muss eine gut konzipierte Ampullenverpackungslinie mehr leisten, als nur Flaschen von einer Station zur nächsten zu transportieren: Sie muss jede Ampulle schützen, unvollständige Verpackungen aussortieren und einen reibungslosen Produktionsablauf gewährleisten.
In diesem umfassenden Leitfaden erklären wir Schritt für Schritt die Funktionsweise einer modernen Ampullenblisterverpackungsmaschine und warum die Ampullenblisterverpackungslinie PBL-400S eine bewährte Wahl für Pharmahersteller ist, die eine GMP-konforme Blisterverpackung und Kartonierung in einem integrierten System benötigen.
Eine Blisterverpackungslinie für Ampullen – auch als Ampullen-Blisterverpackungs- und Kartonierungslinie bezeichnet – ist ein vollautomatisches System, das an einem Ende PVC-Folienrollen aufnimmt und am anderen Ende fertige, chargencodierte Kartons ausgibt. Zwischen den beiden Enden der Linie:
- Formt starre PVC-Folie zu tiefgezogenen Schalen (Blistern)
- Lädt Glasampullen mittels robotergestützter Pick-and-Place-Technologie in die einzelnen vorgeformten Vertiefungen ein.
- Kompaktiert und erkennt jede Schale und sortiert fehlende oder beschädigte Einheiten aus.
- Die Schalen werden mit PVC/PTP-Deckelfolie heißversiegelt.
- Stanzt die versiegelte Bahn automatisch in einzelne Blisterkarten und sammelt den Abfall auf
- Faltet die Packungsbeilage und legt sie zusammen mit der Blisterpackung in einen geöffneten Karton ein.
- Codiert Chargeninformationen, verschließt und versiegelt den Karton
Da jede Station von einer einzigen SPS und einem Servosystem synchronisiert wird, läuft die gesamte pharmazeutische Verpackungslinie als eine einzige Maschine und nicht als Kette einzelner Geräte. Für Hersteller von Ampullen, Vials, oralen Flüssigkeiten oder Fertigspritzen reduziert diese Integration den Arbeitsaufwand, schützt zerbrechliches Glas und verkürzt die Rüstzeiten.
Die PBL-400S folgt einem bewährten Prozessablauf, der Produktsicherheit und Anlageneffizienz im Gleichgewicht hält:
1. PVC-Tray-Formung.** Die PVC-Folie wird zwischen oberen und unteren Heizplatten vorgewärmt (Temperaturgleichmäßigkeit ±5 °C) und anschließend im Formwerkzeug unter Überdruck zu Trays geformt. Großflächige PVC-Rollen (bis zu 600 mm Durchmesser) reduzieren die Materialwechselhäufigkeit, und die Folie kann im laufenden Betrieb gewechselt werden.
2. Ampullenzuführung und robotergestützte Beladung.** Die Ampullen werden von der Etikettiermaschine über einen elektromagnetischen Vibrationsförderer und einen patentierten Trommeltrennmechanismus zugeführt. Ein vierachsiger Servoroboter entnimmt die Ampullen anschließend mit Vakuumgreifern und platziert sie in die vorbereiteten Vertiefungen. Dies ermöglicht eine schnelle, stabile und präzise Beladung.
3. Verdichtung.** Jede Ampulle, die nicht vollständig eingesetzt ist, wird in die Vertiefung gedrückt, um vor dem Versiegeln eine gleichmäßige Geometrie der Schale zu gewährleisten.
4. Inline-Erkennung.** Fotoelektrische und mechanische Sensoren prüfen jedes Tray. Trays mit fehlenden Ampullen werden automatisch aussortiert (100 % Aussortierung defekter Einheiten), sodass keine unvollständigen Blisterpackungen in den Umkarton gelangen.
5. Heißsiegeln und Folienzug.** Eine Deckelfolie (PVC/PTP) wird über die beladenen Trays gelegt und heißversiegelt. Die Zugeinheit justiert den Hub präzise per Servosteuerung und arbeitet dabei ruck- und störungsfrei.
6. Stanzen und Abfallverwertung.** Die versiegelte Bahn wird mittels exzentrisch angetriebener Stempel- und Matrizensätze in einzelne Blisterkarten mit sauberen, gratfreien Kanten gestanzt. Abfallfolie wird automatisch aufgefangen und zu Rollen aufgewickelt.
7. Robotergestützter Transfer.** Ein Transferroboter entnimmt die fertigen Blisterkarten vom Stanzförderband und platziert sie präzise auf dem Zuführförderband für die Kartonierung.
8. Verpackung mit Beipackzettel.** Die Verpackungsanlage entfaltet einen Karton, faltet den Beipackzettel (1–4-mal, je nach Bedarf), legt Beipackzettel und Blisterkarte zusammen ein, druckt einen 3–4-zeiligen Chargencode aus Stahl (Genauigkeit ±1,5 mm) und verschließt, verschließt und versiegelt den Karton. Leere Kartons und Packungen ohne Beipackzettel werden erkannt und aussortiert.
Standardmäßige Blistermaschinen für Tabletten können Glasampullen nicht sicher verarbeiten. Spezielle Ampullenanlagen wie die PBL-400S sind auf schonende Handhabung und strenge Qualitätskontrolle ausgelegt.
- **Geringe Bruchraten.** Die Bruchrate wird beim Füttern mit der Flasche und beim Falten der Beipackzettel unter 0,01‰ und beim Verpacken unter 0,02‰ gehalten.
- **Produktorientierte Logik.** Die Linie nimmt keine Beipackzettel auf, saugt keinen Karton an und schiebt kein Produkt vor sich her, wenn keine Ampulle vorhanden ist. Dadurch werden leere Verpackungen und Materialverschwendung vermieden.
- **Kontaminationskontrolle.** Schmierstoffe werden von Bereichen, die mit dem Arzneimittel in Kontakt kommen, ferngehalten, und der Verpackungsbereich ist vom Antriebsbereich getrennt, um die GMP-Reinheitsanforderungen zu erfüllen.
- **Vollständige Rückverfolgbarkeit.** Jede unvollständige oder defekte Packung wird automatisch aussortiert, sodass nur vollständige, codierte Kartons die Produktionslinie verlassen.
| Parameter | Spezifikation |
| Produkt | Glasampullen (2 ml × 1 Stück, 5 ml × 2 Stück, konfigurierbar) |
| Liniengeschwindigkeit | 150–300 Kartons/min |
| Schlagfrequenz | 16–40 Schläge/min |
| Max. Formbereich | 220 × 400 mm |
| Formhub | 50–220 mm (servogesteuert) |
| Blisterfolie | Hart-PVC, 0,15–0,5 mm × 400 mm, Rollenkern Ø 75 mm |
| PVC-Vorheizleistung | 2 × 4,5 kW |
| Formkühlung | 13–15 °C Wasser, 60 l/h |
| Kartongröße (L×B×H) | (65–210) × (33–85) × (15–75) mm |
| Faltblattgröße (L×B) | (100–190) × (100–260) mm, 1–4 Faltungen |
| Kartonierkapazität (max.) | bis zu 400 Kartons/min |
| Stromversorgung | 380 V, 50 Hz |
| Gesamtleistung | 30 kW |
| Luftverbrauch (max.) | 580 l/min bei 0,6–0,8 MPa |
| Abmessungen (L×B×H) | 11700 × 2700 × 1750 mm |
| Gewicht | ≈ 10.000 kg |
Pharmazeutische Produktionsstätten dürfen bei der Einhaltung von Vorschriften keine Kompromisse eingehen. Der PBL-400S erfüllt die Anforderungen von cGMP und GMP (2010), wird nach ISO 9001 gefertigt und ist CE-zertifiziert. Zu den weiteren Merkmalen gehören:
- Sockel, Rahmen, Abdeckungen und Paneele aus Edelstahl mit matter Oberfläche
- Abgedichtete Schaltschränke und ein Touchscreen-HMI mit Zugriffsebenen für Bediener, Wartung und Manager
- Überlastschutz für Hauptantrieb, Förderband, Faltschachtel und Schieber mit automatischer Abschaltung und Fehleranzeige
- Automatischer Stopp, wenn Folie, Beipackzettel, Karton oder Verschlussmaterial aufgebraucht sind
- Erkennung und Aussortierung fehlender Beipackzettel und leerer Kartons
- **Integrierte Formgebung, Beladung und Kartonierung auf einer Linie.** Keine separate Blistermaschine und Kartoniermaschine zur Synchronisierung; eine Siemens-SPS koordiniert alle Stationen.
- **Über 90 % der elektrischen Komponenten sind importiert.** Siemens SPS und Servoantriebe, Schneider-Leistungsschalter und -Taster sowie international anerkannte Sensoren und pneumatische Komponenten gewährleisten Zuverlässigkeit und einen einfachen weltweiten Service.
- **Für den Betrieb der gesamten Linie werden **nur 1–2 Bediener** benötigt.
- **Schneller Formatwechsel.** Maschinengrößen und Werkzeuge können an die Kundenanforderungen angepasst werden, und der servogetriebene Hub wird über den Touchscreen eingestellt.
- **Automatische Abfallrückgewinnung** für Stanzabfälle sowie Materialstandalarme für Folien, Beipackzettel und Kartons.
Beim Vergleich von Anbietern von Ampullenverpackungsmaschinen sollten Sie mehr als nur die angegebene Geschwindigkeit beachten:
1. **Überprüfen Sie die Ablehnungslogik.** Kann die Linie tatsächlich 100 % der Fälle von fehlenden Produkten und leeren Kartons ablehnen? Fordern Sie die Sensorkarte und die Ablehnungsprotokolle an.
2. **Überprüfen Sie die Konformitätsdokumente.** ISO 9001, CE-Kennzeichnung und GMP-relevante Dokumentation (DQ/IQ/OQ-Unterstützung) sind für Ihre eigene Validierung unerlässlich.
3. **Bewertung der Glashandhabungskonstruktion.** Die Zielvorgaben für die Bruchrate (idealerweise unter 0,01‰) zeigen, wie schonend die Produktionslinie tatsächlich mit Ampullen umgeht.
4. **Komponentenmarken prüfen.** Anlagen, die mit Komponenten von Siemens, Schneider und anderen anerkannten Marken gebaut wurden, sind weltweit einfacher zu warten.
5. **Fragen Sie nach Anpassungsmöglichkeiten.** Formdesign, Kartongrößen, Faltung der Beipackzettel und Chargencodierung sollten auf Ihre Produktfamilie konfigurierbar sein.